Die Anwendungsentwicklung ist integriert im Beruf des Fachinformatikers. Die Anwendungsentwicklung ist eine Fachrichtung, welche darauf abzielt, kundenspezifische Programme zu entwickeln, anzupassen oder zu verbessern. Kurz gesagt, Anwendungsentwickler entwickeln Softwareprojekte nach Wünschen der Kunden.
Der Beruf Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung ist seit 1997 ein anerkannter, nach dem Berufsbildungsgesetz geltender Ausbildungsberuf, ohne einen rechtlich vorgeschriebenen Schulabschluss. Im dualen Bereich der Ausbildung währt die Ausbildungszeit des Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung drei Jahre. Die Abschluss-/Berufsbezeichnung lautet: Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung. Zur Information, in englischer Sprache lautet die Bezeichnung: Information technology specialist (m/f) – applications development.
Den Beruf des Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung erlernt man überwiegend dual in einem Ausbildungsbetrieb, welcher Produkte und Dienstleistungen der Informations- und Telekommunikationstechnik anbietet. Technisches Verständnis und Geschick im Umgang mit Kommunikationsmitteln und Medien ist Voraussetzung. In der Berufsschule werden überwiegend theoretische Kenntnisse vermittelt, die zur Ausübung des Berufes benötigt werden. Selbständiges Arbeiten ist hier gefordert. Der Berufsschulunterricht kann in ein – zwei Tagen in der Woche oder auch in einem Stück von bis zu sechs Wochen stattfinden. Im dritten Ausbildungsjahr wird die Fachrichtung Anwendungsentwicklung in folgenden Gebieten vertieft: kaufmännische Systeme, technische Systeme, Expertensysteme, Multimedia Systeme sowie mathematisch-wissenschaftliche Systeme.
Ebenso kann der Beruf Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung nur im schulischen Bereich erlernt werden. Hier erwirbt man alle theoretischen Kenntnisse und Grundlagen – ähnlich wie bei einem Besuch der Berufsschule – nur wesentlich umfassender. Im Rahmen von durchzuführenden Projekten erwirbt der Absolvent die Qualifikation der praktischen Kenntnisse. Der künftige Fachinformatiker erarbeitet zusammen mit einem Team ein neues System, welches speziell auf einen Kundenwunsch zugeschnitten ist. In diesem Team wird weiterhin erlernt, wie ein Diagnosesystem eingesetzt und Fehler behoben werden. Des Weiteren werden die Absolventen im Beraten und Schulen von Kunden angelernt und entwickeln selbständig benutzerfreundliche Oberflächen. Um den Abschluss Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung zu erhalten, muss eine Prüfung vor der IHK abgelegt werden, welche sich aus einem schriftlichen sowie praktischen Teil zusammensetzt. Hier sei noch der Hinweis angebracht, dass Ausbildungsbetriebe überwiegend Abiturienten zur Ausbildung suchen.
Der Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung kann des Weiteren auch durch die Absolvierung eines Informatikstudiums erreicht werden. Dieser Studiengang kann an einer Hochschule sowie an einer Fachhochschule gewählt werden. Während eines Informatikstudiums werden die Grundlagen der praktischen, theoretischen und technischen Informatik in einer Regelstudienzeit von acht Semestern vermittelt. Dieses Studium schließt mit einer Hochschulprüfung und der Vergabe eines akademischen Grades ab.
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