Als sich Nicolas H. im Mai 2006 mit dem Abi in der Tasche auf die Suche nach potenziell interessanten Studiengängen machte, kannte er die Hochschullandschaft in Deutschland mit ihren Studiengängen noch nicht. Er wusste aber eins: Es sollte ein internationaler Studiengang mit der Möglichkeit sein, im Ausland zu arbeiten und viel herumzukommen. Fast dem Klischee des Studiengangs entsprechend, entschied er sich ein paar Monate später für das Bachelor Studium Tourismusmanagement. Natürlich hatten ihn auch die Studienberater der Hochschule darauf hingewiesen, dass der Slogan „Da arbeiten, wo andere Urlaub machen“ nur auf wenige der zahlreichen Absolventen von Tourismus Studiengängen zutrifft. Ein großer Teil der Absolventen findet einen Job zum Beispiel im Tourismusmarketing, im Destinationsmanagement oder bei Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften. Dort ist dann mehr Büroarbeit als Arbeit in der Sonne angesagt – was aber keinesfalls zu mehr Unzufriedenheit bei den jeweiligen Beschäftigen sorgt. Die Tourismusbranche bietet viele verschiedene, hochinteressante Arbeitsfelder und nicht jeder will direkt im Ausland arbeiten oder nahezu täglich durch andere Hotels reisen, um dort Zimmerkontingente zu verhandeln.
Nicolas hatte sich aber genau das zum Ziel gesetzt. Und da er wusste, dass nur die besten Studierenden, die sich auch in den Semesterferien nicht auf die faule Haut gelegt, sondern sinnvolle Praktika abgeleistet haben, nach dem Studium die Chancen auf einen solch internationalen Job haben, legte er sich mächtig ins Zeug. Am Ende des Studiums gehörte er dann zu den besten 5 Absolventen und konnte sich auch seinen Traum verwirklichen – als Trainee bei einem Reiseveranstalter war er mit einem älteren Kollegen dafür verantwortlich, die Hotels auf die Einhaltung der Qualitätsstandards zu überprüfen und neue Hotels mit neuen spannenden Reiseangeboten zu finden. So konnte er im Ausland in der Sonne arbeiten – dort, wo andere Urlaub machen.
Natürlich ist es nicht immer nur positiv, weit weg von zu Hause zu arbeiten. Bei 35 Grad im Anzug durch die Gegend zu laufen ist natürlich auch desöfteren äußerst schweißtreibend, aber das Feierabend-Bier mit den Füßen im Sand belohnt dann wieder für die Anstrengungen des Tages, so Nicolas. Nun will er schauen, ob er eventuell einen Hotelmanagement Master oben auf sein Bachelor Studium drauflegt, um sich weiterzuqualifizieren. Gerade in der internationalen Tourismusbranche kann ein zweiter, höherwertiger Abschluss nicht schaden, um sich auch die Chancen zum Beispiel auf den Wechsel in eine höhere Position offen zu halten. Aber für heute ist erstmal Feierabend und das Meer lädt zum Schwimmen ein.